Meine Datei der direkten Vorfahren meiner Großmutter Josefa Wallner, verehelichte Ofner (* 4. April 1878 in Rassing Nr. 26, + 24. Nov. 1910 in Kerschenberg Nr. 1) umfasst derzeit 274 Personen.

 

FAMILIENNAMEN:

Insgesamt sind 65 verschiedene Familiennamen vertreten. Die Schreibweise vieler Namen variiert auch hier stark. Deshalb habe ich die geläufigsten Schreibvarianten angeführt.

Hier die vertretenen Namen: Aigner, Amon/Ammon, Bandion/Pandion/Pandeon/Pantheon, Böhm/Pehamb, Braun/Praun, Dänzinger/Tänzinger, Diefenbacher/Dieffenbacher, Erlacher, Fellner, Figl/Fügl, Fischelmayer, Föry/Fery/Ferry, Fritzen, Fünckh, Fuxbauer/Fuxbaur, Gfrerer/Gfrörer, Greimelstorffer, Gstöttner/Gstötner, Gundacker/Gunecker/Gunackher/Gunakher, Gutjahr/Gujaher/Guetiahr/Guedtiahr/Guetjahr, Haunschmidt, Herapokh, Heyberger, Holzer, Holzinger, Holzmüller, Kern, König, Köstlbaur/Khöstlpauer/Khässlbaur/Khösslpaur, Krächler, Krantzbichler/Crantzbichler/Krantzbüchler, Kriegshammer, Kroisbekh, Kronabether/Kronawetter/Kranabether/Cronnabether/Cranawetter, Lechner, Mitterstöger/Mittersteger, Moser, Neumayr, Niederhameter, Och, Paur, Petschner/Betschner, Pfenigbekh, Pinder, Posch/Posh, Pürger, Pürsch, Rohrleitner, Sailer/Sayller, Salomon, Schäkher, Schäpasser/Schäbbasser/Schäbpasser, Schöberl, Schreffel/Schröfel, Schuester, Sider, Singerl, Staining, Steuster, Völkl/Völkhel/Völckel, Wallner/Walner, Wimmer/Wimber, Wolf, Zackhelehner, Zünnes.

 

VORNAMEN:

Männer: Adam, Andreas/Ander/Andre, Anton, August, Balthasar, Caspar, Caspar-Ferdinand, Christian, Christoph, Christopher, Egidi, Franz-Seraphin, Franz-Wilhelm, Franz-Xaver, Georg, Jakob, Johann/Johannes/Hanns, Johann-Georg, Johann-Jakob, Johann-Lorenz, Johann-Peter, Jörg, Joseph, Koloman, Leonhard, Leopold, Lorenz/Lorentz, Markus, Martin, Mathias/Matthias, Michael, Nikolaus, Pancratz, Paul, Peter, Philipp, Reinhard, Rueprecht (Ruprecht), Sebastian, Sigmund, Simon, Stefan/Stephan, Thobias, Thomas, Valentin, Vicenz, Vitus/Veith, Wolfgang.

Frauen: Anna, Anna-Catharina, Anna-Christina, Anna-Elisabeth, Anna-Margaretha, Anna-Maria, Apolonia, Barbara, Catharina/Katharina, Christina, Elisabeth, Eva, Eva-Elisabeth, Eva-Rosina, Gertraud/Gertraut/Gertraudt, Gertrud, Josepha/Josefa, Juliana, Luzia, Magdalena, Margareth/Margaretha/Margarethe/Margaritha, Maria, Maria-Anna, Maria-Catharina, Maria- Elisabeth, Maria-Franziska, Maria-Magdalena, Maria-Sidonia, Petronella, Polixenia, Rosalia, Rosina, Sabine, Sara, Sophia, Susanna, Theresia, Ursula.

 

EINWANDERER:

Von den 65 Namenslinien stammen manche von weit her:

Reinhard Figl (* ca. 1490) kam nach den Forschungen von Prof. Josef Buchinger vermutlich bereits um 1520 aus Württemberg, das damals kurzzeitig (1520 – 1534) habsburgisch war, nach Niederösterreich. Der Name Figl stammt aber vom heiligen Vigilius, der im vierten Jahrhundert Bischof im Trentino war, ab, kommt also ursprünglich aus Südtirol.

Michael Crantzbichler (* ca. 1643) kam aus Salzburg, vermutlich vom Dürnberg bei Hallein, nach Zagging und heiratete am 21. November 1673 in Hain die Catharina Weghauser aus Zagging.

Johann Haunschmidt (* 2. Mai 1674 in Etzelsdorf bei St. Oswald im Mühlviertel), Muttername: Holzmüller, kam aus Oberösterreich nach Trasdorf und heiratete am 17. Nov. 1699 in Heiligeneich die Elisabeth Schuester aus Raglberg (?).

Johannes Mitterstöger (* ca. 1670) kam aus Filzmoos im Pongau, also ebenfalls aus dem Fürsterzbistum Salzburg in die Gegend von Altlengbach und heiratete am 25. April 1700 in Altlengbach die Barbara Pürsch (* ca. 1676), die ebenfalls aus Filzmoos stammte. Diese Bauern-Ehe dauerte übrigens mehr als 51 Jahre, bis zum Tod von Barbara am 8. Juli 1751.

Rosina Fünckh (* ca. 1671) kam aus Kaaden in Böhmen nach Oberwölbling und heiratete am 28. Sept. 1700 in Oberwölbling den Ratsbürgersohn Joseph Gfrerer (* 20. Mai 1674) aus Oberwölbling.

Katharina Zünnes kam aus Riedt in Schwaben nach Atzenbrugg und heiratete am 13. Februar 1703 in Heiligeneich den Bindermeister Stephan Kriegshammer (* 30. Okt. 1669 in Ossern).

Alle sechs gehörten zur Welle der Neusiedler nach dem Türkeneinfall von 1683, die das verwüstete und teilweise entvölkerte Mostviertel wieder aufbauen halfen.

Philipp Niederhameter (* 14. Febr. 1705 in Ober-Pelnberg bei Gallneukirchen/Mühlviertel, OÖ) kam um 1740 ins Tullnerfeld, heiratete am 11. Febr. 1744 in Heiligeneich die Schneiders-meisterstochter Gertraud Haunschmidt (* 15. März 1715) aus Trasdorf und lebte hier als Bauer und Zimmermann.

Bei weiteren Namen wie Böhm (aus Böhmen) läßt sich ebenfalls eine Einwanderung vermuten.

Die Bandion/Pandeon/Pantheon haben eine Familienüberlieferung, daß sie auf einen Schäfer aus dem Elsaß zurückgehen. Am 28. August 1638 stirbt der früheste bisher bekannte Namensträger Wolfgang Pandion in Großhain.

 

EINHEIMISCHE:

Aber alle anderen Vorfahrenlinien waren im östlichen Mostviertel zu Hause. Sie lebten, arbeiteten und starben im Land zwischen Dunkelsteiner Wald und Wiener Wald, zwischen der Donau und den Voralpen. Sie zogen durch Heirat und Hauskauf zwar kreuz und quer durch dieses Gebiet, aber sie blieben letztlich immer innerhalb dieser natürlichen Grenzen.

 

WOHNORTE:

Ahrenberg, Altlengbach, Atzenbrugg, Baumgarten, Brunnmaierhof (bei Pyhra), Diendorf (bei Würmla), Doppel, Dürnrohr, Ebersreith (bei Heiligeneich), Ederding, Eggsdorf (bei Geresdorf), Etzersdorf, Fahra, an der Farhan, Flinsdorf, Gemeinlebarn, Grabensee, Grabn (?, Lage unklar), Greiling, Großhain, Großrust, Grub (?), Gura (?), Harland, Hausheim, Haymetn (Hameten ?), Hilpersdorf, Katzenberg, Kienwasser, Kleinrust, Langmannersdorf, Lanzendorf (bei Kasten), Lichtenstein (bei Altlengbach), am Mais (bei Altlengbach), Michelbach, Miesting, Oberradl-berg, Oberwölbling, Ossern, Perschling, Pottenaich (bei Altlengbach), Pottenbrunn, Pulndorf (Pultendorf ?), am Rahernbach (?), Rassing, Ratzersdorf (bei Oberwölbling), Reidling, Rottersdorf, Rumpfhof, Rust im Tullnerfeld, Schauching, am Scheibelreith (bei Altlengbach), Schrotthof (bei Fahra), Siegersdorf, Sitzenberg, Trasdorf, Untere Lielach, Untermerking, Unterradlberg, Unter-Ratzersdorf, Unterwölbling, Wald (bei Pyhra), Wammershof (bei Böheimkirchen), Watzendorf, Weinzierl (bei Heiligeneich), Weissenkirchen a.d. Perschling, Wieselbrück (bei Kapelln), Wiesen, Wiesing (bei Herzogenburg), Wind-passing, Wirlitzberg (Wielandsberg ?), Zagging, Zwischenbrunn.

 

BERUFE:

Von Beruf waren sie Bauern, auch Hausmänner, Hauser, Handsässige, Halblehner, Viertellehner, Nachbarn, Haus- und Wirtschaftsbesitzer genannt, Hauer (Weinbauern, Winzer), Kleinhäusler, Schuhmachermeister, Schneidermeister, Bäckermeister, Bindermeister, Bürger, Webermeister, Zimmermänner, (Schloß-) Gärtner, Hammerschmiedmeister, Maurermeister, Krämer. Die ärmsten waren wohl die Leinweber (Aigner in Schauching und Unter Ratzersdorf), was sich schon an ihrer geringen Lebensdauer zeigt. Es gab eine Badersippe (Erlacher in Zagging) und einen Amtsschreiber (Krächler in Rust im Tullnerfeld). Lediglich zwei Bürgerfamilien habe ich bisher gefunden (Schäbpasser und Gfrerer in Oberwölbling), und das waren vermutlich auch Ackerbürger.

Einige wenige waren (vorübergehend) auch Dienstboten (Knechte und Mägde). Es war damals übrigens durchaus üblich Bauer und daneben gleichzeitig Handwerker zu sein.

 

RICHTER:

Auffallend viele Ortsrichter, eine Art früher Bürgermeister, sind unter den Vorfahren von Josefa Wallner: Johannes Wimber und Philipp Schäbpasser, um 1660 Richter zu Unterwölbling, Pfarre Oberwölbling; Andreas Wimber, um 1666 Richter zu Hausheim, Pfarre Oberwölbling, Johann Moser, um 1670 Richter in Ahrenberg, Pfarre Reidling; Johann Guediahr, um 1700 Amtsrichter am Unteren und Obren Lielach, Pfarre Kasten; Johann-Jakob Och, um 1720 Richter von Diendorf bei Würmla, Pfarre Würmla; Lorenz Köstlbauer, um 1740 Richter zu Rassing, Pfarre Kapelln; Franz Seraphin Pandion, um 1800 Richter in Zagging, Pfarre Hain.

Michael Gfrörer war um 1700 Ratsbürger (Mitglied des Rates des Marktes) von Oberwölbling.

 

RELIGION:

Ein Einziger (Wolfgang Pandion aus Großhain) wird bei seinem Sterbeeintrag am 28. August 1638 als „lutherisch gestorben“ bezeichnet. Alle Anderen waren zumindest formell katholisch. Auf Grund der betont biblischen Taufnamen im 17. Jht. (Simon, Balthasar, Adam, Eva usw.) lassen sich Geheimprotestanten vermuten.

Das liegt daran, daß mit dem kaiserlichen Edikt vom 14. Sept. 1627 die letzten evangelischen Prädikanten und Schulmeister ausgewiesen worden waren. Die Kirchen waren damit zwangsweise wieder katholisch geworden und der protestantische Glaube dem Volk verboten. Davor war eine Mehrheit der Bevölkerung protestantisch gewesen. Sogar die meisten adeligen Grundherrn, die Jörger in Pottenbrunn, Zagging und Walpersdorf, die Greysen in Waldt, die Trauttmansdorff in Totzenbach usw. waren eifrige Parteigänger der Lutherischen gewesen. Und in Waldt, Pyhra, Böheimkirchen, Pottenbrunn, Totzenbach usw. hatten lutherische Prediger amtiert. Allerdings sind aus dieser Zeit kaum protestantische Matriken erhalten geblieben. Manchmal wurden auch die ursprünglich lutherischen Matriken als katholische weitergeführt, ohne daß das darin erwähnt wurde.

Die meisten Protestanten haben sich nach 1627 gebeugt und sind zumindest formell katholisch geworden. Aber einige blieben hartnäckig. Sie verweigerten die katholische Messe, die Sakramente und die Feiertage und sie trafen sich manchmal heimlich im Wald um ihre Gottesdienste abzuhalten. Der häufige Flurname Predigtstuhl weist darauf hin. Manche hielten auch noch lutherische Schriften versteckt. Möglich war das auch, weil manche Adelsfamilien, wie die Velderndorf auf Schloß Neutenstein bei Untergrafendorf, noch bis ins 18. Jht. hinein lutherisch waren und ihre Untertanen in ihrem Glauben bestärkten. Manche dieser hartnäckigen Protestanten sind dann des Landes verwiesen worden und meist nach Ungarn gegangen. Mit der Entfaltung des Barock im 18. Jht. war dann das Land Niederösterreich wieder einheitlich katholisch.

Die Untertanen der Stifte und Klöster: u.a. Augustiner-Chorherrn in St. Pölten, Herzogenburg, St. Andrä an der Traisen und Klosterneuburg; Zisterzienser in Lilienfeld, Kleinmariazell und Heiligenkreuz; Benediktiner in Göttweig, Melk, Dürnstein und Seitenstetten blieben dagegen zum größten Teil auch während der Reformationszeit katholisch.

 

LEBENSJAHRE:

Von 61 dieser derzeit 274 Ahnen habe ich bereits Geburts- und Sterbedaten gefunden. 5 davon erreichten ein Alter von 80 oder mehr Jahren.

Hier sind sie:

Johannes Schäbbasser, Bürger zu Oberwölbling, geb. am 23. Mai 1632 in Unterwölbling, gest. am 21. Aug. 1719 in Oberwölbling, wurde 87 Jahre alt.

Johann Holzinger, Bauer in Wiesing bei Herzogenburg, geb. am 1. August 1674 in Wiesing, gest. am 13. Nov. 1760 in Wiesing,wurde 86 Jahre alt.

Der Hauer Paul Khöstlpauer Bauer in Miesting bei Kapelln, geb. am 25. Jän. 1613 in Perschling, gest. am 19. Okt. 1698 in Rassing, wurde 85 Jahre alt.

Joseph Gfrerer, Bürger in Oberwölbling, geb. am 20. Mai 1674 in Oberwölbling, gest. am 15. Nov. 1759 in Oberwölbling, wurde 85 Jahre alt.

Thomas Praun, Bauer in Zagging, geb. am 16. Dez. 1663 in Zagging, gest. am 2. Nov. 1746 in Zagging, wurde 82 Jahre alt.

 

Aber viele sind jung, ja sehr jung gestorben:

Joseph Wallner, Halblehner (= Bauer) und Schuhmachermeister zu Rassing Nr. 26, geb. am 7. Nov. 1797 in Rassing Nr. 26, gest. am 26. Jänner 1827 ebenda, wurde nur 29 Jahre alt.

Mathias Gutjahr, Hammerschmidtmeister in Lanzendorf Nr. 11 bei Kasten, geb. am 13. Sept. 1741, gest. am 11. März 1777 in Lanzendorf 11, wurde nur 35 Jahre alt.

Anna Catharina Figl, verh. Gstöttner, Bäckermeisterin in Langmannersdorf, geb. am 7. Nov. 1742 in Langmannersdorf, gest. am 22. Nov. 1779 ebendort, wurde nur 37 Jahre alt.

Johann Mittersteger, Hausmann (= Bauer) in Kienwasser Nr. 6 bei Kasten, geb. am 3. Juni 1740 in Lichtenstein bei Altlengbach, gest. am 14. März 1778 in Kienwasser Nr. 6, wurde nur 37 Jahre alt.

Und schließlich ist meine Großmutter die Bäuerin Josepha Wallner, verh. Ofner, in Kerschenberg Nr. 1 bei Grabensee, geb. am 4. April 1878 in Rassing Nr. 26, gest. am 24. Nov. 1910 in Kerschenberg Nr. 1, nur 32 Jahre alt geworden.

Diese Geschlechterverteilung bei den über Achtzigjährigen 5 : 0 zugunsten der Männer ist kein Zufall. Denn vor dem 20. Jahrhundert erreichten Männer generell im Schnitt ein höheres Lebensalter als Frauen. Die damaligen Risiken bei Schwangerschaft und Geburt, sowie die Vielzahl der Schwangerschaften ließen viele Frauen oft nicht alt werden. Dagegen ist heute die Lebenserwartung der Frauen um rund acht Jahre länger als die der Männer.

 

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